Theoretisches
Voraussetzungen für Implantate
Im Prinzip kann bei jedem gesunden Patienten mit abgeschlossenem Kieferwachstum bis ins hohe Alter implantiert werden, solange keine allgemeinmedizinischen Gründe dagegensprechen. Vor der Versorgung muss selbstverständlich eine sorgfältige Diagnostik und Planung erfolgen. Folgende Voraussetzungen sollte der Patient erfüllen, wenn er ein Implantat wünscht oder ein solches aufgrund eines Zahnverlustes benötigt :
Allgemeine und gesundheitliche Voraussetzungen
- Gute Mundhygiene
- Behandelte kariöse Zähne und behandelte und überwachte Parodontose
- Abgeschlossenes Kieferwachstum
- Normaler allgemeiner Gesundheitszustand (keine Immunabwehrschwäche)
Anatomische lokale Voraussetzungen
- Ein sowohl in der Menge (Knochenquantität) und Beschaffenheit (Knochenqualität) ausreichender Knochen an der Implantatstelle.
- Das fehlen von Kieferknochen muss kein absolutes Ausschlusskriterium sein, solange die Möglichkeit eines Kieferknochenaufbaus besteht.
- Keine Gefahr für relevante anatomische Strukturen (Nervus alveolaris inferior, Blutgefäße)
Grundvoraussetzungen des Implantologen
- Entsprechende zahnärztlich-chirurgische Qualifikation aufgrund seiner implantologischen Tätigkeit, Erfahrung, Ausbildung (er sollte über Jahre jede Woche mindestens 2-6 Implantate gesetzt haben)
- Passende Infrastruktur (Räumlichkeiten und Geräte)
- Geschultes Team (Dentalassistentinnen)
Was einen seriösen Implantologen auszeichnet :
- Er ist ein geschickter Zahnarzt mit einer soliden zahnmedizinischen, implantologischen und chirurgischen Ausbildung.
- Er weiß, dass selbst das beste Implantat dem natürlichen (eigenen) gesunden Zahn nie überlegen sein wird.
- Die Prophylaxe ist fester Bestandteil seiner Behandlungsstrategie! Die lebenslange Prophylaxe sichert ein gesundes Gleichgewicht der Mundgesundheit und verhindert Karies und Parodontitis. Somit auch den Implantatverlust.
- Er beschäftigt sich intensiv und seit vielen Jahren mit der Implantologie und besucht regelmäßig Fortbildungen, um in der Materie zu sein. – Implantologie erlernt man nicht in zwei-drei Wochenendkursen.
- Menschlichkeit ist ihm wichtiger als der Schein des "Halbgottes in Weiß", denn gute Zusammenarbeit beruht auf Vertrauen und Verlässlichkeit.
- Ein seriöser Implantologe sieht nicht nur Lücken, wo etwa Zähne fehlen und Implantate hineinpassen würden, sondern den Gesamtbefund der Mundhöhle. Die Frage, wieso die Lücken denn überhaupt entstanden sind, sowie ein flankierendes Prophylaxeprogramm zur Sicherung des Gesamterfolges.
- Die Zahl der optimal eingebrachten und versorgten Implantate ist ihm wichtiger als eine möglichst hohe absolute Implantatzahl. Es ist wie bei den Automobilbauern, nicht der, der die meisten Autos baut, baut auch die besten!
Vorteile und Nachteile von Implantaten
Vorteile:
- verbesserte Kaukraft
- verbessertes Sprechen / Phonetik
- verringerter, oft vollständig aufgehaltener Knochenabbau
- verbesserter Halt der Prothese
- verringerter Druck auf die Schleimhaut
- Verbesserung der Ästhetik und Lebensqualität
- kein Beschleifen der Nachbarzähne nötig = schonen des Restzahnbestandes
- ermöglichen festen Prothesenhalt
- Stabilisierung von Totalprothesen
- schützend vor Knochenabbau
- bilden mit Knochen einen sicheren Verbund (Osseointegration)
- gelten als sicherer und dauerhafter ZE
Nachteile
- Implantatlockerung/ -verlust
- kostenintensiv à Chirurgie= Privatleistung
- operativer Eingriff - meist örtliche Betäubung
- eventuelle Nervenverletzung

