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Endodontie

Die Endodontie befasst sich mit der Diagnose und Therapie des entzündeten oder nektrotischen Pulpagewebes eines erkrankten Zahnes, welcher Beschwerden verursacht. Als Konsequenz muss das Pulpagewebe entfernt und das Wurzelkanalsystem aufbereitet, desinfiziert und gefüllt werden. Die komplexe Zahnanatomie und der technisch schwierige Eingriff (kleiner Zugang, wenig Licht, kein Sehen usw.) macht diesen Fachbereich nicht sonderlich beliebt. Warum dies auch anders sein kann, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

Gründe, warum so wenige Zähne endodontisch nicht erhalten werden ?

Meiner Ansicht nach sind 4 Faktoren dafür verantwortlich: (1) Patienten warten zu lange und die Zähne mit Knochen sind zu stark zerstört. (2) Die technischen und theoretischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wurzelbehandlung fehlen bei vielen Zahnärzten (3) Viele Kollegen greifen schneller zur Zange, weil sie Implantate mit Kronen bevorzugen. Es ist einfacher und man kann heute damit mehr Geld verdienen. (4) Die Universitäten haben dieses Fachgebiet nicht ausreichend unterrichtet und gefördert.

Was beinhaltet eine erfolgreiche Endodontie ?

Für den Patienten bedeutet dies ganz einfach den Erhalt des Zahnes und des Knochens. Die biologischen Strukturen können bei einer gelungenen Wurzelbehandlung und bei intakter Immunabwehr wieder gesunden. Die Zahnerhaltung ist die natürlichste und schonendste Behandlungsart. Sie sollte die Behandlung der Wahl darstellen. Die Implantatlösung sollte immer die letzte Wahl sein, d.h. wenn keine andere Behandlung mehr möglich ist und wenn die Nachbarzähne intakt und gesund sind. Ein guter Zahnarzt und Implantologe wird dies stets berücksichtigen.

Für den Zahnarzt bedeutet dies, mindestens 4 Voraussetzungen zu erfüllen: (1) Er muss über das nötige fachliche Wissen und handwerkliche Können verfügen. (2) Er sollte die technischen Installationen und Geräte besitzen, d.h. mindestens ein Operationsmikroskop, ein digitales Netzwerk und ein digitales Röntgen. Dies vereinfacht das Monitoring und die Erstellung der Dokumentation. (3) Ebenso muss ein durchdachtes Hygiene- und Therapiemanagement vorhanden sein, welches die Sterilität in jedem Arbeitsschritt gewährleistet. (4) Sowie die biologischen Voraussetzungen des Patienten, welche eine entscheidende Rolle spielen. Ohne intakte Immunabwehr kann der Körper nicht heilen. Da hilft auch die beste Technik und Therapie nichts.

 

Zahn 15 mit fehlender Zahnkammer
Bild 1: Zahn 15 mit fehlender Zahnkammer und ohne offenen Wurzelkanal (oblituriert)

 

Wurzelkanal mit OPMI
Bild 2: Wurzelkanal mit OPMI 2mm unterhalb des Knochenniveaus im Zahn gefunden

 

Aufbereiteter Wurzelkanal
Bild 3: Aufbereiteter Wurzelkanal bis zum Apex mit Heroshapern (maschinell)