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Historisches

Die ersten Implantate gehen auf die Etrusker und Ägypter zurück (bis 9 Jahrhundert vor Christus), die versuchten, aus Elfenbein geschnitzte Zähne in die leeren Alveolen einzubringen. Im 11. Jahrhundert empfahl der Spanier Ala Bucasa die Re- und Transplantation von Zähnen als Ersatz von verloren gegangenen Zähnen.

Die Grundsteine der modernen Implantologie legten einzelne Zahnärzte im 19. und 20. Jahrhundert, als sie mit verschiedenen Materialien wie Gold, Platin, Porzellan und Zelluloid herumexperimentierten und versuchten, diese im Kieferknochen einheilen zu lassen. Magiolos dokumentierte 1809 erstmals, wie er eine künstliche konische Zahnwurzel aus Gold an Stelle des verlorenen Zahnes in den Kieferknochen einbrachte.

Greenfield verwendete 1906 erstmals ein korbförmiges, rundes Hohlimplantat aus Platin-Iridium, welches als Vorläufermodell der heutigen Hohlzylinderimplantate anzusehen ist. 1937 fertigte Strock aus der rostfreien Legierung Chorm-Kobalt-Molybdän (Vitallium) eine Schraube, die er enossal verankerte. 1939 dokumentierte er mit histologischen Schnitten und radilogischen Kontrollen eine zufrieden stellende Einheilung. Er versorgte sein Implantat mit einer Porzellankrone. Formiggini verbesserte diese Form zu einer Sprialschraube und dokumentierte Versuche, die über 12 Jahre Erfolge zeigten. Im Zweiten Weltkrieg verwendete man in der Kriegschirurgie neue Materialien wie Chrom, Kobalt und Molybdän als Ersatzmaterial des Knochens. Daraus gewann die wiederherstellende Chirurgie wichtige und neue Erkenntnisse über die Knochenheilung.

Experimente von subperiostalen Implantaten von Müller im 1937 (Gerschkoff 1952; Reichenbach & Naucke 1955; Maurel 1960), welche unter der Knochenhaut direkt auf dem Knochen auflagen, schlugen fehl, da keine feste Verankerung mit dem Knochen zustande kam. Diese Misserfolge führten zur Entwicklung der enossalen Implantate in den 1960er Jahren. Die Zahnärzte Strock 1939, Formiggini 1947, Chercheve 1962 und Tramonte 1965 trugen zu deren Entwicklung bei.

Scialom schlug 1962 die Nagelform vor, welche ein, zwei oder dreibeinig in den Kieferknochen hinein geschlagen wurden. Linkow entwickelte im Jahre 1968 das Blattenimplantat oder Extentsionsimplantat. Es war dünn und wies eine grössere Oberfläche mit vielen Perfurationen auf, um eine bessere Verwachsung mit dem Kieferknochen zu erreichen. Leider waren sie zu schwach dimensioniert und brachen und die Entfernung führten zu ausgedehnten Kieferdefekten.

Der Durchbruch in der Implantologie gelang dem schwedischen Histologen und Physiker Igmar Braenemark. Er entdeckte per Zufall, dass ein in das Schienbein eines Kaninchens eingesetzten Titanröhrchen fest verwachsen war. Daraufhin untersuchte er das Phänomen bei Menschen und überlegte, wo dieses Einwachsen im Knochen nützlich wäre. In seiner experimentelle Studie im Jahre 1969 untersuchte er die Faktoren, welche die Stabilität eines Implantates beeinflussten. Er verwendete dafür Titanschrauben, die in Hundekiefer implantiert wurden. Die resultierenden Knochenverhältnisse wurden sowohl an Torque-Tests als auch an histologischen Schnitten evaluiert. Die Ergebnisse belegten die hohe Verträglichkeit von Titan im Knochen. Damit bewies er, dass ein Titanimplantat mit seiner Oberfläche direkt mit dem Knochen verbunden war. Er entdeckte so die ausgezeichnete Biokompatibilität des Werkstoffs Titan und begründete im Jahre 1977 damit den Begriff der Osseointregration.

Andere Materialien wie Aluminiumoxidkeramik (1971), Glaskeramik und Hydroxylapatitkeramik (1975), welche dem menschlichen Knochen in der chemischen und physikochemischen Zusammensetzung sehr ähnlich sind, führten zu einen festen Verbund, aber das Material brach bei Belastung.

 

Antikes Implantat
Bild 1: Antikes in das Zahnfach eingebrachtes Implantat.

 

Blattenimplantat im Unterkiefer
Bild 2: Ein Blattenimplantat im Unterkiefer