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Theoretisches

Nach den grossen Prophylaxenerfolgen in der Schweiz ist leider eine drastische Karieszunahme bei Kindern im schulpflichtigen Alter und bei Kleinkindern festzustellen. Veränderte gesellschaftliche und kulturelle Strukturen und Auffassungen haben andere und neue Essgewohnheiten geschaffen. Fast Food, Drinks, Müesli, Schokoriegel und Snacks wirken wie Zucker- und Säurebomben auf die Zähne ein. Der Mangel an Informationen und Zeit der Eltern führen bei Kleinkindern unter 5 Jahren zu erheblichen Zahnschäden, der sog. Early Childhood Caries Hinzu kommt, dass der Staat die Mittel für die Kariesprophylaxe zum Teil massiv kürzt.

Stretococcus mutans wird als der Hauptverantwortlicher für die Milchzahnkaries angesehen. Er wurde erst 1924 aus kariösen Dentin isoliert und entdeckt. Seine Gefährlichkeit liegt in seiner Fähigkeit; 1) am Zahn festzukleben, 2) sich bei ausreichender Nahrung rasant zu vermehren und 3) Zucker und andere Kohlenhydrate in Säure umzuwandeln. Letztere führt über die Zeit zur Demineralisation und zur Zahnkaries. Die Kolonisierung der Mundhöhle des Kleinkindes mit Streptococcus mutans erfolgt zu 80% von der Mutter im frühkindlichen Alter. Der Nuggi und die Drinkflasche dienen dabei als Reservoir für die Bakterien und infizieren die Mundhöhle nach jedem Zähneputzen von neuem. Die stetige Zufuhr von sauren und zuckerhaltigen Getränken sorgen für die häufige Umspülung der Oberkiefer-Frontzähne mit kariogenen und erosiven Flüssigkeiten, was letztendlich zur sog. Bottlekaries oder zur Early Childhood Caries ECC führt.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kinder heute über mehr Geld verfügen (Taschengeld und Geschenke bis zu CHF 900.00 pro Jahr) und es bis zum 10. Lebensjahr vorwiegend für Süssigkeiten ausgeben. Ebenso, dass Eltern und Grosseltern, die wichtigsten Beeinflusser der Kinder sind. Gemäss „Caries research, 2005, Zeedyk et al“ putzen Kinder durchschnittlich 142 Sekunden die Zähne und der Zahn-Zahnbürstenkontakt kommt dabei auf gerade 23 Sekunden: für die Frontzähne 10 Sekunden und für die Seitenzähne 13 Sekunden. Der Kariesbefall im Milchgebiss erhöht das Kariesrisiko und die Kariesschäden im bleibenden Gebiss erheblich, wie es Frenzel 1933 bereits belegt hat. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern, die Grosseltern und der Zahnarzt der induviduellen Kariesprävention bei den Kindern eine besondere Beachtung einräumen.

 

Rechte Gebisshälfte mit normaler Verzahnung Klasse 1
Bild 1: Rechte Gebisshälfte mit normaler Verzahnung Klasse 1

 

Linke Gebisshälfte mit normaler Verzahnung Klasse 1
Bild 2: Linke Gebisshälfte mit normaler Verzahnung Klasse 1