Zahnunfall mit bleibenden Zähnen
Wurzelquerfraktur zählen zu den schwierigsten Verletzungen an bleibenden Frontzähnen. Sie sind im Vergleich mit anderen Zahnunfällen ein seltenes Ereignis (0,5 bis 7%). Das Kronenfragment ist dabei gelockert und oft in einer anderen Position (sog. Dislokation). Je nach Schweregrad der Verletzung muss mit der Schädigung der Zahnhartsubstanz, der Pulpa und des Parodonts bzw. des umgebenden Alveolarknochens sowie der Weichgewebe gerechnet werden. Das Röntgenbild zeigt oft eine Frakturlinie im Wurzelverlauf. Als Therapie wird die Reposition und Schienung des Kronenfragmentes mit einer Draht-Kompositschiene für min. 4 Wochen oder länger empfohlen. Erlangt der verletzte Zahn nicht innert 3 Monaten seine Vitalität bzw. Reaktionsvermögen auf Trockeneis, so muss eine Wurzelbehandlung mit medikamentöser Einlage und definitiver Wurzelfüllung mit einem sog. MTA-Barrieretechnik (siehe Fallbeispiel) vorgenommen werden. Bis zu 80% solcher Zähne können mit einer fachgerechten Behandlung und einem engmaschigen Nachkontrollsystem (mit Kältetest und Röntgenkontrollen über ein Jahr) gerettet und erhalten werden. Sie erlangen ihre Vitalität und Funktion ohne pathologischen Veränderungen wieder.
Sie werden eher zu Dislokationsverletzungen als zu den Frakturen gezählt [von Arx et al., 2007]. Sachgerechte Therapie vorausgesetzt, belegen viele Studien die gute Prognose dieser Zahnverletzung.

