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Historisches

Erste Versuche, einen Zahnersatz für Menschen anzufertigen, finden wir bereits bei den Etruskern um 100-400 Jahre vor Christus in Zentralitalien. Sie fixierten tierische Zahnkronen mit Goldbändern an Zähne von Patienten, um Lücken zu schliessen.

Im Jahre 1708 gelang Johann Friedrich Böttiger die Herstellung von Porzellan. Im Jahre 1710 wurden die ersten Versuche an der Meissener Porzellanfarbrik unternommen, das Porzellan als Zahnersatz zu verwenden. 1744 liess sich der französische Apotheker Duchateau seine Zahnprothese in der Prozellanfabrik Guerhard durch ein Porzellangebiss ersetzen. Über dieses Verfahren schrieb der Zahnarzt Nicolas Dubois de Chemant 1788 seine Dissertation, worin er die Anfertigung der Porzellanzähnen in einer Rezeptur beschrieb. 1837 stellte die Firma Ash & Sons nach dieser Methode sog. Röhrenzähne (Diatorics) her.

Bereits 1733 beschrieb der französische Zahnarzt Pierre Fauchard in seinem Buch „Tractat von den Zähnen“ erste Versuche, metallischen Zahnersatz zu verblenden. 1728 emaillierte er Gold- und Silberblechprothesen. 1746 überzog Mouton Goldkronen mit einer Emailleschicht. Den Schritt zur Aufbrennkeramik vollzogen De Labarre und Allen mit der Fabrikation von porzellanverblendeten Platinprothesen.

1808 beschrieb Giuseppangelo Fonzi die Herstellung von Einzelzähnen aus Porzellan: die sog. „dents terro-metalliques“ waren mit Platinhaken versehene Zähne, die er mit einer Metallbasis verlötet hatte. 1825 führte Stockton in den USA die Herstellung von Porzellanzähnen ein. Europa folgte nach, 1838 in England und 1900 in Deutschland.

1903 setzte Charles Land mit seiner gebrannten Porzellan-Jacketkrone einen ästhetischen Meilenstein in der Zahnmedizin. Seine Sinterkeramik mit dem Schmelzpunkt um 9000 Grad Celcius war zu schwach, deshalb brauchte es das stabile Metallgerüst darunter. Diverse Versuche scheiterten bis 1949 Gatzka den Vakuumbrand erfand. Damit verhalf er der Metallkeramik 1952 zum Durchbruch. Weinstein entwickelte in New York die Gold-Platin-Palladum-Legierung, welche einen niedrigen Schmelzpunkt und eine ausreichende Stabilität besass.

1962 brachten die Firmen Vita-Zahnfabrik und Degussa das erste in Europa entwickelte Metallkeramische System auf den Markt, die sog. Vita-VMK-Technik und die Deguden-Technik. Sie zeichnen sich durch eine gute Anpassung der Wärmeausdehnungskoeffizienten von Keramik und Metall aus. 1965 stellten McLean und Hughes die erste Aluminiumoxidhaltige Keramik mit höheren Festigkeitswerten vor. Probleme stellten dabei die bläulichen Verfärbungen im Randbereich und das Durchschimmern des Metallkerns dar.

Neuere Glaskeramiken wie Dicor (Adair, 1984, Firma Dentsply), Hi-Ceram-Oxidkeramik (Witkowski, 1986, Firma Vita) und In-Ceram Alumina (Sadoun, 1989, Firma Vita) wurden als Hochblendkeramiken entwickelt, um diese Nachteile auszuschalten. Weiter Glaskeramiken wie Empress Esthetics (Wohlwend, 1990, Firma Ivoclar), Empress 2 (1998, Firma Ivoclar) und„e.max press“ (Firma Ivoclar, 2005) folgten. Eine neue Oxidkeramik mit einer Phase folgte mit Greenphase Zirkonia, die eine 20-30% Volumenschrumpfung durchmacht. Dank ihrer immensen Härte und Stabilität, der ideale Metallersatz.

 


Bild 1: Früher Zahnersatz bei den Etruskern, ca. 400 vor Christus.

 


Bild 2: Ein früher Zahnersatz bei Attika, 300 vor Christus

 


Bild 3: Römischer Zahnersatz, ca. 300 vor Christus