Parodontologie
Die Parodontologie befasst sich mit der Lehre vom Zahnhalteapparat und deren Erkrankungen. Dazu zählen folgende Gewebe, das Zahnfleisch (Gingiva) mit dem Saumepithel, das Wurzelzement, das Desmodont und der Alveolarknochen.
Mit dem 21. Jahrhundert erlangte dieses Fachgebiet der Zahnmedizin dank ausgedehnten Forschungen neue Erkenntnisse und zu neuen Therapiezielen. Heute gilt als gesichert, dass die entzündlichen Parodontalerkrankungen zu den weltweit verbreitesten Gesundheitsproblemen zählen. Diese haben Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit und können Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ beeinflussen oder gar begünstigen. Deshalb sollte der Untersuchung und Behandlung dieser Erkrankungen Priorität eingeräumt werden, indem die Dentalhygiene regelmässig und bei Bedarf vermehrt in Anspruch genommen werden sollte.
Die Erkrankungen des Parodonts sind zahlreich und verschieden. Im Vordergrund stehen die plaqueassoziierten Gingivitiden und Parodontitiden. Die Gingivitis beinhaltet die Entzündung des Zahnfleisches um den Zahn herum und zeigt sich mit den Merkmalen: Blutung bei Sondierung im gingivalen Sulkus, Rötung und Schwellung der Papillen bei schweren Fällen (siehe Fallbeispiel: Marginale Gingivitis). Bei Vorhandensein von überschiessenden paropathogenen Bakterien, reduzierter Immunabwehr und Risikofaktoren (Rauchen und Alkohol !) kann sich aus der Gingivitis eine Parodontitis entwickeln. Die Entzündung des Zahnfleisches geht in tiefere Strukturen des Zahnhalteapparats über und führt deren Zerstörung. Der Knochen wird abgebaut und das Saumepithel wird durch ein Taschenepithel ersetzt. Es entsteht eine parodontale Tasche und ein sog. Attachmentverlust des Zahnes.

